Angestellt und selbständig

11:48 Tinten Hexe 0 Kommentare

Ich habe immer wieder Bestellungen von Kunden, die froh sind, nicht noch einmal zu mir ins Fotostudio zu fahren, sondern denen mein Wohnort oder der Ort wo meine Festanstellung liegt, einfach näher sind. So habe ich bisher jedes Mal im Büro angekündigt, an welchem Tag jemand vorbeikommt, damit sie nicht verwundert sind, wenn ich am Schalter verlangt werde. Das mache ich auch so, wenn firmeninterne Kunden mit mir einen Termin ausmachen. Nun gut, da habe ich dann eines Tages zu hören bekommen, dass es den Bossen nicht passt, wenn während der Arbeitszeit Kunden von mir Ware abholen. Eine Sache von fünf Minuten, da ich mit diesen Leuten eigentlich nicht noch grossartig quatsche. Nun gut. Schade, aber leider bestimme da nicht ich. Ja wie geht man am Besten vor, wenn die Vorgesetzten die Selbständigkeit nicht unterstützen oder sogar sabotieren, auch wenn man dem Hauptjob damit nicht konkurriert?

In meinem speziellen Fall ist es so, dass ich seit fünf Jahren ein eigenes Fotostudio habe und nun mein Chef plötzlich auf die Idee kommt, im Keller der Firma ebenfalls eines aufzubauen und mich dort einzusetzen, obwohl ich eigentlich als Mediengestalterin eingestellt bin. Soweit so gut, solange sich die Sujets in meinen Augen nicht konkurrieren, kann ich das mitmachen, ansonsten müsste ich mich nach einer anderen Lösung umschauen. Doch was kann ich tun, wenn meine Bosse und meine Selbständigkeit sich irgendwie nicht zu verstehen scheinen?

Die Mittagspause
Ich nutze oft die Pause um meinen Kunden zu antworten und sie zurückzurufen oder Bestellungen zu bearbeiten. Diese gute Stunde lüftet dann auch den Kopf und ich bin am Nachmittag wieder fit, um mich mit der eigentlichen Arbeit zu beschäftigen. Dies funktioniert so lange, wie ich Freude an dem habe, was ich tue und es nicht als Arbeit ansehe. Vergesst nicht, etwas zu essen und eurem Körper eine Pause zu gönnen. Sonst steht ihr bald vor einem Burnout und habt keine Kraft mehr, weder für Job noch für Selbständigkeit.

Arbeitszeit ist tabu
Es gibt Arbeitgeber, die wirklich entgegenkommend sind und wenn keine Arbeit am Platz liegt auch dulden, dass man sich mit privaten Projekten beschäftigt. Doch die meisten sehen das enger und wollen, dass während die Uhr läuft auch etwas für die Firma getan wird. Herumsitzen ist da lieber gesehen als die Zeit produktiv anderweitig zu nutzen. Sollte es also mal vorkommen dass ich etwas für die Selbständigkeit machen muss, stoppe ich die Uhr und schalte sie erst wieder ein, wenn ich firmenintern arbeite.

Arbeitsgeräte sind tabu
Ich habe meist mein MacBook dabei, weil es einfach nicht gern gesehen wird, wenn Firmengeräte oder Programme genutzt werden, um etwas anderes als die vorgegebene Arbeit zu erledigen. Deswegen arbeite ich in der Pause an meinem MacBook, das auch gut in die Handtasche passt.

Konkurrenzverbot
Ich habe es schon in der Einleitung erwähnt: Dem Arbeitgeber zu konkurrieren ist nicht erlaubt und in den meisten Arbeitsverträgen sogar festgehalten. Solltet ihr beispielsweise für ein Reinigungsunternehmen arbeiten, ist es nicht erlaubt, privat in derselben Region putzen zu gehen. Haltet euch daran, denn sonst könnt ihr nicht nur den Job verlieren, sondern auch euer neu aufgebautes Unternehmen kann daran Schaden nehmen.
Grundsätzlich klingt es eher mühsam, besonders wenn sich der Arbeitgeber quer stellt. Doch eine Festanstellung nebst der Selbständigkeit zu behalten, hat den Vorteil, ein fixes Einkommen zu behalten, in einem Team weiterhin integriert zu sein und gleichzeitig auch einen Ausgleich in der selbstbestimmten Arbeit, in der mehr Leistung automatisch mehr Geld heisst, zu finden. Die Balance zu halten ist hingegen alles andere als leicht.


Wie macht ihr das? Seid ihr nur angestellt oder nur selbständig? Hattet ihr auch schon Berührungspunkte mit Arbeitgebern, wegen eurer selbständigen Arbeit? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen. Hättet ihr gerne einige Tipps um Festanstellung und Selbständigkeit ideal zu verbinden?

UPDATE: Inzwischen habe ich meinen Job gekündigt und bin nur noch selbständig. Was soll ich sagen? Ich liebe es! Nie mehr Drama!

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